Die stille Sprache, die alles verändert
Kennst du das Gefühl? Du stehst mit deinem Hund an der Leine, ein anderer Hund kommt entgegen, und plötzlich spürst du dieses Ziehen in der Magengegend. „Bitte nicht wieder bellen, bitte nicht ziehen…“ Noch bevor du den Gedanken zu Ende gedacht hast, spannt sich dein Hund an – als hätte er deine Gedanken gelesen.
Hat er auch. Nur nicht deine Worte, sondern deine Körpersprache.
Was wir oft vergessen: 90% unserer Kommunikation mit dem Hund läuft nonverbal. Lange bevor wir ein Wort aussprechen, hat unser Hund bereits unsere Körperhaltung, Muskelspannung und Energie gelesen – und darauf reagiert.
Die Wahrheit ist: Dein Hund versteht dich besser, als du denkst. Und manchmal besser, als du dich selbst.
Warum dein Hund dich liest wie ein offenes Buch
Hunde sind Meister der Körpersprache. Sie kommunizieren untereinander fast ausschließlich nonverbal und haben diese Fähigkeit über Jahrtausende perfektioniert. Während wir Menschen uns auf Worte verlassen, lesen Hunde feinste körperliche Signale:
* Eine minimale Anspannung im Nacken
* Eine kaum merkliche Veränderung der Atmung
* Eine leichte Gewichtsverlagerung
All das sind für deinen Hund deutliche Botschaften. Und das Erstaunliche: Er reagiert nicht auf das, was du sagst, sondern auf das, was du ausstrahlst.
Die unbewusste Körpersprache: Wenn dein Hund deine Gefühle spiegelt
Bei der ANUI-Methode, die wir bei Mensch durch Hund entwickelt haben, geht es genau darum: zu verstehen, wie unsere unbewusste Körpersprache das Verhalten unseres Hundes beeinflusst.
Typische Missverständnisse in der Körpersprache
Beispiel 1: Die einladende Geste
Was wir tun: Wir bücken uns leicht und winken den Hund zu uns.
Was der Hund liest: „Da vorne ist etwas bedrohlich, mein Mensch duckt sich weg!“
Beispiel 2: Der besorgte Blick
Was wir tun: Wir behalten den Hund ständig im Auge, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist.
Was der Hund liest: „Mein Mensch sucht bei mir Antworten. Er braucht meine Hilfe!“
Beispiel 3: Der Alltagsstress
Was wir tun: Nach einem anstrengenden Arbeitstag kommen wir mit angespanntem Nacken nach Hause.
Was der Hund liest: „Mein Mensch ist bedroht! Ich muss die Gefahr abwehren!“ – und schon bellt er bei jedem Geräusch.
Diese Missverständnisse sind nicht die Schuld des Hundes. Er macht seinen Job – er liest und reagiert auf unsere Signale, so wie er es versteht.
Wie deine Körpersprache deinen ängstlichen Hund beeinflusst
Besonders bei ängstlichen oder unsicheren Hunden spielt die Körpersprache eine entscheidende Rolle. Diese Hunde sind hypersensibel für jedes noch so kleine Anzeichen von Unsicherheit bei ihrem Menschen.
Wenn du mit einem ängstlichen Hund unterwegs bist und selbst innerlich angespannt bist, bestätigst du damit seine Angst: „Siehst du, mein Mensch spürt die Gefahr auch!“
Die gute Nachricht: Du kannst lernen, deine Körpersprache bewusst einzusetzen – und damit deinem Hund die Sicherheit geben, die er braucht.
Die drei Säulen einer klaren Körpersprache zum Hund
Bei der ANUI-Methode arbeiten wir mit drei Säulen, die dir helfen, eine klare und vertrauensvolle Körpersprache zu entwickeln:
1. Selbstbewusstsein entwickeln
Im ersten Schritt lernst du, deine eigenen unbewussten Muster zu erkennen. Du wirst dir bewusst, welche Signale du aussendest, wenn du:
* unsicher bist
* Angst hast
* gestresst bist
* dich überfordert fühlst
Diese Selbsterkenntnis ist der Grundstein für jede Veränderung. Denn nur was du wahrnimmst, kannst du auch verändern.
2. Selbstsicherheit aufbauen
Im zweiten Schritt lernst du, wie du eine stabile, ruhige Körpersprache entwickelst. Dabei spielen besonders zwei Körperbereiche eine zentrale Rolle:
* Die Nacken-Schulter-Arm-Partie: Hier zeigst du Entspannung oder Anspannung
* Die Beckenstellung: Sie signalisiert Standfestigkeit oder Unsicherheit
Mit gezielten Übungen trainierst du, diese Bereiche bewusst zu kontrollieren und damit klare Signale an deinen Hund zu senden.
3. Selbstvertrauen entfalten
Im dritten Schritt geht es darum, das Gelernte zu verinnerlichen und in deinen Alltag zu integrieren. Du entwickelst die Fähigkeit, in jeder Situation präsent und klar zu bleiben – nicht durch Kontrolle, sondern durch innere Ruhe und Vertrauen.
Wie die richtige Körpersprache das Leben mit deinem Hund verändert
Eine bewusste, klare Körpersprache wirkt sich auf viele Bereiche eures Zusammenlebens aus:
* Leinenführigkeit: Dein Hund folgt deiner Energie, nicht dem Zug der Leine
* Begegnungen mit anderen Hunden: Du strahlst Ruhe aus, dein Hund bleibt entspannt
* Alltagssituationen: Klare Signale statt ständiger Kommandos
* Vertrauen: Dein Hund verlässt sich auf deine Führung
Praktische Tipps für den Alltag
Hier sind einige einfache Übungen, mit denen du sofort beginnen kannst:
- Bewusste Atmung: Bevor du mit deinem Hund losgehst, nimm drei tiefe Atemzüge. Spüre, wie sich dein Körper entspannt.
- Aufrechte Haltung: Achte auf eine gerade, aber entspannte Wirbelsäule. Stelle dir vor, ein Faden zieht dich sanft nach oben.
- Schultern entspannen: Lass bewusst die Schultern fallen und spüre, wie sich der Nacken entspannt.
- Blickrichtung: Schaue dorthin, wo ihr hingehen wollt – nicht ständig zu deinem Hund.
- Becken aufrichten: Stelle dir vor, dein Becken ist eine Schale mit Wasser, die nicht überschwappen soll.
Fallbeispiel: Wenn die Körpersprache alles verändert
“Seit ich das Geheimnis kenne, wie ich meine Molly nur durch meine Körpersprache Sicherheit vermitteln kann, kommen wir immer besser an anderen Hunden vorbei. Sie rastet nicht mehr aus und es fühlt sich für mich so gut an, ihr zu zeigen, dass ich alles im Griff habe.”
Christin hat Molly schon einige Jahre und Molly ist eine sehr sensible, aber auch kraftvolle Hündin. Alles, was auf dem Spaziergang auf die beiden zukam, wurde energisch angebellt. Christin hat in unserem Mentoring gelernt, wie sie unbewusst ihre Molly körpersprachlich in diese Verhaltensmuster hinein geschickt hat. Wir haben daran gearbeitet, dass sie immer besser eine stabile Körperhaltung und den richtigen Fokus einnehmen kann, damit Molly ruhig an der Leine bleibt bei Begegnungen. Ihre Körpersprache wurde minimal und sanft verändert, die bei Molly ein Gefühl der Sicherheit auslöst.
Häufig gestellte Fragen zur Körpersprache zwischen Mensch und Hund
Wie schnell kann ich Veränderungen in der Reaktion meines Hundes erwarten?
Erste Veränderungen zeigen sich oft schon nach wenigen Tagen bewusster Körpersprache. Eine tiefgreifende, stabile Veränderung braucht etwa 4 Monate – die Zeit, die der Mensch benötigt, um neue Verhaltensmuster zu verinnerlichen.
Funktioniert die ANUI-Methode bei allen Hunden?
Ja, denn die ANUI-Methode setzt nicht beim Hund an, sondern beim Menschen. Da alle Hunde Körpersprache lesen, funktioniert sie unabhängig von Rasse, Alter oder Vorgeschichte des Hundes.
Kann ich die ANUI-Methode auch bei einem sehr ängstlichen Tierschutzhund anwenden?
Gerade bei traumatisierten oder ängstlichen Hunden ist die ANUI-Methode besonders wirksam. Diese Hunde brauchen mehr als alles andere einen Menschen, der ihnen durch klare, ruhige Körpersprache Sicherheit vermittelt.
Muss ich dafür ein Experte im Hundeverhalten sein?
Nein, im Gegenteil. Die ANUI-Methode ist so konzipiert, dass jeder Mensch sie erlernen kann – unabhängig von Vorkenntnissen. Es geht nicht um Expertenwissen, sondern um Selbstwahrnehmung und bewusste Kommunikation.
Kann ich die ANUI-Methode mit anderen Trainingsmethoden kombinieren?
Die ANUI-Methode ist keine Trainingsmethode im herkömmlichen Sinne, sondern ein Weg, die Beziehung zwischen Mensch und Hund zu vertiefen. Sie lässt sich gut mit respektvollen, gewaltfreien Trainingsmethoden kombinieren.
Dein Weg zu einer neuen Verbindung mit deinem Hund
Die unbewusste Körpersprache ist der Schlüssel zu einer tieferen Verbindung mit deinem Hund. Wenn du lernst, deine Körpersprache bewusst einzusetzen, wirst du erstaunt sein, wie schnell sich euer Zusammenleben verändert.
Im 4-monatigen Mensch durch Hund Online-Mentoring begleiten wir dich Schritt für Schritt auf diesem Weg. Du lernst nicht nur, deine Körpersprache zu verstehen und zu verändern, sondern entwickelst eine ganz neue Beziehungsqualität zu deinem Hund.
Eine Beziehung, die auf gegenseitigem Vertrauen, Klarheit und tiefer Verbundenheit basiert.
Werde das Beste, was deinem Hund passieren kann!